09.06.2015 Lamstedt Von: Heino Schiefelbein
Bullenberg ist nun eine touristische Anlaufstation

"Perlen der Region wahren"

„Zurück zur Natur" - unter diesem Motto wurde über Jahre die Renaturierung des Bullenberges im Ortsteil Nindorf verfolgt.

Vergessen ist die Ansiedlung einer Biogasanlage oder eines Hotels. Seit Freitagabend ist das „Dach der Börde" eine hochinteressante touristische Anlaufstation.

Aus 56 Metern Höhe genießt der Besucher bei klarem Wetter einen weiten Blick von Bremerhaven bis zu den großen auf der Elbe schippernden Pötten in Höhe Stade. „Zurzeit des Kalten Krieges trug der Bullenberg zu unserer Sicherheit bei. Heute ist er eine Perle der Gemeinde Lamstedt", stellte Bürgermeister Manfred Knust erfreut fest. Bei der feierlichen Durchschneidung des Eröffnungsbandes wurden er und der „Bullenbargers"-Vorsitzende Hartmut Tiedemann unter anderem vom Kreisdezernenten Friedhelm Ottens, Lienhard Varoga vom Amt für regionale Landentwicklung Bremerhaven, Ehrenbürgermeister Werner Meyn und Ehrensamtgemeindebürgermeister Werner Otten unterstützt.

Abwechslungsreich ist die Geschichte des Bullenberges, die Bürgermeister Manfred Knust schilderte: In den beiden Weltkriegen diente er als Funk- und Beobachtungsposten der Wehrmacht. Um 1930 entstand ein herrlicher Park mit Rhododendron, der gern als Ausflugsziel genutzt wurde. Ab 1971 diente ein rund 11,5 Hektar umfassendes Areal der Bundeswehr zur Raketenabwehr und für das Radarfrühwarnsystem. Nach 31 Jahren wurde der militärische Sicherheitsbereich geräumt. „2002 nahmen wir Verhandlungen zum Kauf des Geländes auf", so der Bürgermeister. Aber erst durch den Beschluss des Gemeinderates vom 23. August 2011 wurde der Kaufvertrag besiegelt.

Parallel liefen die Planungen mit dem 2007 gegründeten Verein „De Bullenbargers", die insbesondere bei den Entsorgungsmaßnahmen kräftig mithalfen. Damit das Projekt bezahlbar blieb und das „Gemeindesäckel" nicht belastete, veräußerte die Kommune 6,5 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Das Nutzungskonzept umfasst eine Naturbühne sowie Schutz- und Aussichtshütten, Sitzmöglichkeiten und Fahrradständer. Infoschilder erleichtern die Orientierung. Auch die Kinder profitierten. Sie hoffen auf kalte Winter mit viel Schnee, um den Rodelberg nutzen zu können.

Abschließend bedankte sich Manfred Knust bei den Vertretern der „Bullenbarger" für die tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung der Planungen.

„Mit der Gründung unseres Vereins im Jahre 2007 haben wir einen Stein ins Rollen gebracht, der schließlich zur öffentlichen Nutzung führte", sagte Hartmut Tiedemann. „Die Fördermittel sind gut angelegt." Für den Verein beginne eine weitere Phase, nämlich die Anlage mit Leben zu erfüllen.

„Die Perlen der Region zu wahren. Das ist in Nindorf gelungen", meinte Jochen Bölsche, der Vorsitzende der Osteland AG. Er sprach von einem schönen Tag für seine Institution. Der Singkreis unter der Leitung von Ute Schade und das Jagdhornbläsercorps mit Werner Hadeler an der Spitze umrahmten das Zeremoniell musikalisch.